Gesellschaft in Brasilien
Die brasilianische Gesellschaft ist ein unendlich vielfältiger Komplex unterschiedlicher sozialer, ethnischer, kultureller, religiöser, regionaler und politischer Gruppen.
Sie umfaßt z.B. die "internationale" Oberschicht von Rio de Janeiro, die teilweise im und vom Urwald lebenden Indianerstämme im Amazonasgebiet, die kleinbürgerlichen Einwandererkolonien in Südbrasilien (u.a. Italiener, Japaner, Deutsche), die traditionellen ländlichen Großgrundbesitzer, die von vielen afrikanischen Reminiszenzen geprägte Bevölkerung von Bahia, die bitterarmen Landarbeiter, die moderne Unternehmer- und Arbeiterschaft von Sao Paulo und die am Rande der Gesellschaft lebenden Slumbewohner.
Auch die Spaltung der Gesellschaft in oben und unten prägt das brasilianische Leben nachhaltig. Weite Teile der Bevölkerung müssen täglich um das nackte Überleben kämpfen. Menschliche Grundrechte wie ausreichende Ernährung, medizinische Versorgung oder gar Bildung sind ihnen versagt.
Die Aufstiegschancen in einer solchen Gesellschaft extremer Gegensätze sind gering. Besonders dunkelhäutige Menschen haben kaum Möglichkeiten - außer vielleicht im Sport oder in der Musik - ihren sozialen Status zu verbessern.