Tourismus in Brasilien
Fluch oder Segen?
Ist es ein Fluch , daß jährlich Hunderttausende von Touristen aus aller Welt Rio besuchen, um den Karneval mitzufeiern? Dass die Ausländer, die betuchten Cariocas und Inland-Touristen das Volk von den Tribünen des Sambodromo verdrängt haben? Es ist ein Übel, aber nicht nur. Für die Stadt ist es auch ein Segen, da der Tourismus zur wichtigsten Einnahmequelle der heruntergewirtschafteten Metropole geworden sind.
Auch den Escolas de Samba kommt der internationale Tourismus-Rummel finanziell zugute. Aber den Charakter eines echten Volksfestes hat der Karneval, zumindest in Rio, längst eingebüßt. Die Karnevalsvereine sind zu Showfabriken avanciert, mitgetragen und beraten von renommierten Designern, Anwälten, Verwaltern... medienwirksam und einheimischen Touristen zuliebe schmücken die Schauspieler der Telenovelas die Festwagen.
Entschieden mehr Fluch als Segen ist der Tourismus in ökologisch gefährdeten Gegenden wie dem Naturparadies Pantanal: Unzählige Schiffsfahrten und Angler - Expeditionen auf den Flüssen, gecharterte Jeep-Touren quer durch Vogelbrutgebiete, Übernachtungen in ausgebauten Gutshäusern - dieser unkontrollierte, "unsanfte" Reiseboom, vor allem von Inland -Touristen, bedroht die extrem gefährdete Tier- und Pflanzenwelt noch zusätzlich.
Zu einem großen, kaum wegzudiskutierenden Problem aber ist der Sextourismus geworden.