Vegetation in Brasilien
In Brasilien lassen sich drei Vegetationsgebiete unterscheiden.
Das faszinierendste ist der immergrüne tropische Regenwald im Amazonastiefland. Das noch größte Waldgebiet der Welt umfasst flächenmäßig etwa die Hälfte des brasilianischen Staatsgebietes. Besonders charakteristisch ist die Vielfalt der Bäume (etwa 30.000 Arten). Mit ihren Kronen bilden sie verschiedene Stockwerke, das höchste in etwa 50m Höhe. Die Regenwaldflora und -fauna zählt global zu den artreichsten, doch sind die Lebensräume sehr klein bzw. eng begrenzt. Holzt man z.B. eine Baumart aus, würden zusammengenommen hunderte von Tieren (vor allem Insekten) und Pflanzen ihre "ökologische Nische" verlieren.
Das brasilianische Bergland weist Wälder, Grasfluren und Strauchsteppen auf. Der Staat Mato Grosso, der zu einem großen Teil von Bergland eingenommen wird, ist trotz seines Namens, der "dichtes Gehölz" bedeutet, vorwiegend Savanne.
Die dritte Vegetationszone wird von den küstennahen Gebieten brasilianischen Berglandes gebildet. Sie umfaßt einen wesentlichen Teil der Nordostregion, einen verhältnismäßig schmalen Streifen Ostregion und fast die gesamte Südregion. In dieser Zone gibt es vor allem zwei auffallende Vegetationsgebiete.
Die erste ist die Gaatinga, die sich über die trockensten Gebiete im Nordosten Brasiliens erstreckt, insbesondere in den Staaten Ceará, Pernambuco und Bahia. Die Gaatinga weist in erster Linie trockenes Buschwachstum, Kakteen und Dornsträucher auf. In ihrem trockensten Teil, dem Sertao, wird sie zur Halbwüste, in der fast nur Sukkulenten anzutreffen sind.
In der Südregion gab es früher riesige Araukarienwälder (sie sind fast ganz dem rücksichtslosen Holzexport zum Opfer gefallen).
Dank einer energisch betriebenen Politik der Aufforstung ist die Araukarie in der Südregion wieder einzeln oder in kleinen Gruppen anzutreffen. Die Araukarie prägt das Landschaftsbild in einer Weise, wie die Pinie in vielen Mittelmeerländern.