Ausflüge rund um Rio de Janeiro

Fährt man von Rio de Janeiro aus gen Norden, kommt man an die Sonnenküste(Costa do Sol): Hier finden wir die Nobelstrände der Cariocas - "Maricá","Saquarema", "ltaipú", "Araruama", "Cabo Frio" und "Búzios" - die als beliebteste Ausflugsziele gelten (bis zu 200 km von Rio).


Saquarema ( 37.000 Einwohner)


Saquarema ist 100 km von Rio entfernt und liegtzwischen kilometerlangen offenen Stränden, Lagunen und urwaldbewachsenenBergen. Man ist dort ungewöhnlich stolz auf die natürliche Schönheit der Umgebung - umweltverschmutzende lndustrien sind von der Stadtverwaltungverboten worden, sodass es immer noch möglich ist, dort in den Wäldern Faultiere und Affenhorden anzutreffen. Auf den Seen sind keine Motorboote gestattet - entsprechend ist das Wasser dort sauberer als anderswo, und es gibt reichlich Fische und Krabben. Der langgestreckte Küstenstreifen mitfeinem weissen Sand zieht Surfer, Sportfischer und Sonnenanbeter gleichermaßen an.

 

Cabo Frio ( 85.000 Einwohner)


Cabo Frio liegt 156 km nordöstlich von Rio - hierhat der Seefahrer Amérigo Vespucci 1502 das erste aus Steinen erbaute Fort Brasiliens hingestellt. Heute hat sich diese Landzunge zu einem volkstümlichen Ferienort für die CariocasTauchgründe sehr beliebt. ln und um die Stadt gibt es an drei Stellen interessante Sanddünen. 

Búzios


Búzios ist ein Ferientraum - allerdings für betuchtere Besucher: Eine Fischerkolonie, die sich zum lnsider-Treffpunkt der Jetset-Cariocas entwickelt hat, seit Brigitte Bardot hier ihren Wonnekörper in den Sand gedrückt hat. Hier gibt es ganz ausgezeichnete Restaurants mit internationaler oder regionaler Küche, aber auch kleine Bars mit viel Flair, Meeresfrüchte-Buffets, eine Menge Boutiquen mit allem, was das Urlauberherz begehrt und der Geldbeutel aushält. Eine besondere Anziehung geht von den unwahrscheinlich schön gelegenen Stränden und Buchten aus -insgesamt 27 - die alles für den Wassersport bieten. Die Entfernung zu Rio de Janeiro beträgt 190 km.

Zum Südwesten hin schliesst sich eine besonders reizvolle Küstenlandschaftan Rio de Janeiro an, die bis nach „Santos", der Hafenstadt von Sâo Paulo reicht - etwa 500 km vorgelagerte lnseln beruhigen hier die wilden Wellendes Atlantik - und zwischen ihnen entsteht eine fast polinesische ldylle mit kristallklarem, blaugrünem Wasser und feinsandigen, vom Atlantischen Urwald gesäumten Stränden.

ltacuruçá


ltacuruçá ist eine ehemalige Fischersiedlung, die mit dem Turismus zwar ihr lnkognito, aber kaum etwas von ihrer Originalität eingebüßt hat. Vom Kai starten die Schoner mit internationalen Besuchern zu Kreuzfahrten innerhalb der Baia de Sepetiba, in der viele interessante lnseln liegen,die zu einem erfrischenden Bad in einer einsamen Bucht, einem Spaziergang durch ihren Urwald oder zu einem Buffet unter Palmen angesteuert werden.

Mangaratiba


Mangaratiba - gegründet im Jahr 1700, war Umschlagshafen für Gold, Sklavenund später auch für Kaffee. Die Ruinen des alten Forts und seine Kirchestammen aus dieser Zeit. Heute hat sich das Städtchen auf den Tourismuseingestellt - von hier fahren die Fähren zur "llha Grande" ab.

Ilha Grande


Die lnsel "llha Grande" (193 Quadratkilometer), in der Bucht gleichenNamens, den Orten "Mangaratiba" und "Angra dos Reis" vorgelagert, ist das, was Hawaii vor Ankunft der Engländer gewesen sein muss - tropische Strände und mit Urwald bedeckte Berge, die sich bis auf eine Höhe von über 900 Meteremporrecken (Pico do Papageio 959 m). Dies wird hoffentlich auch noch lange so bleiben, da der Gesetzgeber grosse Abschnitte der lnsel unter Naturschutz gestellt.

Drei kleine Orte gibt es auf der lnsel: "Abraão" - wo die Fähren aus Mangaratiba und Angra dos Reis anlegen - könnte die Kulisse für den Film "Papillon" abgegeben haben. Hier gibt es ein bescheidenes Hotel und einigeprivate Unterkünfte. Wenn Sie mal so richtig schön ausspannen wollen, dann ist diese lnsel der richtige Ort für Sie.

Durch den dichten, nebligen Urwald führen Pfade zu etlichen Stränden. Sokann man zum Beispiel in zweieinhalb Stunden zur "Praia Lopes Mendes" wandern, die von einigen Kennern als der schönste Strand Brasiliens bezeichnet wird. Die "Praia Parnaioca" fällt ebenfalls in diese Kategorie -und dies sind nur zwei von den 102 Stränden, die es auf der lnsel gibt.

Angra dos Reis (70.000 Einwohner)


Angra dos Reis - eines von Brasiliens ältesten Städtchen (gegründet 1502) kann man ebenfalls an dieser Küste besichtigen - mit einer kolonialen Architektur aus dem 17. Jahrhundert, liegt es in einer Bucht - 154 km von Rio - in der man 356 lnseln und lnselchen entdecken kann - ein fantastischer Ausflug per Segelschoner. Aber auch das kleine Städtchen selbst hat für den historisch lnteressierten einiges zu bieten - interessante Kirchen und Gebäude aus seiner Blütezeit, als die Stadt einwichtiger Ausfuhrhafen für Kaffee war - und eine weniger erbauliche Nachbarschaft zum einzigen Atomkraftwerk Brasiliens.

Paratí ( 23.000 Einwohner)


Paratí, knapp 100 km weiter, das besterhaltenstehistorische Kleinod des Staates Rio de Janeiro - ein unter Denkmalschutzstehendes kleines Kolonialörtchen aus dem Ende des 16.Jahrhunderts ist umgeben von steilen, urwaldbewachsenen Bergen, die sich ins Meer zu stürzen scheinen. Eine zerklüftete Küste mit Hunderten kleiner lnseln und hervorspringenden Halbinseln und klares, warmes Wasser der "Bahia da llha Grande"-Bucht - so ruhig wie ein Aquarium. Die kleine Stadt nahm einen enormen Aufschwung durch den Gold-Boom in Minas Gerais - dessen Ausbeute über Paratis Hafen - unter dem Schutz der Kanonen - nach Portugal verschifft wurde.

Daneben gab es in dieser Region Hunderte von Zuckermühlen und Schnapsbrennereien, die den damals schon berühmten brasilianischen weissen Rum den Cachaça herstellten und exportierten. Der Reichtum liessmehrstöckige Villen, goldbestückte Kirchen und sogar Theater entstehen.

Dann kam es wieder einmal zum Niedergang des Goldbooms und Paratí dämmerte Jahrhunderte lang dahin - der Schnaps und die Fischerei ernährten die wenigen verbliebenen Einwohner leidlich. Bis der Tourismus das schicke Örtchen an der friedlichen Bucht entdeckte und den Lebensgeistern seiner Bewohner neue Energie einflösste. Paratí ist architektonisch einzigartig: Seine Gebäude zeichnen sich durch einfache Linien und erdige Farben aus - die einzelnen Gebäude mögen schön sein - aber die Stadt als Ganzes ist von ganz besonderem Reiz. ln den mit Kopfstein gepflasterten Gassen ist kein Autoverkehr erlaubt - die Fahrzeuge werden auf Parkplätzen vor dem Ort abgestellt. Rundherum gibt es viele empfehlenswerte und zum grössten Teil noch einsame, primitive Strände.

Die Bergregion um Rio de Janeiro


Für diejenigen, denen die Berge mehr zusagen als das Meer, gibt es,ebenfalls ganz in der Nähe von Rio, ein Refugium auf den Höhen der „Serra doMar", welche die Atlantische Küstenregion vom Hinterland trennt.

Nach 68 Kilometern – über schwindelerregende Serpentinen, die die vom Atlantischen Urwald bedeckte Berge umrunden, erreicht man auf 840 Meter Höhe, die alte Sommerresidenz (von 1843) des Kaisers Dom Pedro II:

Petropolis (275.000 Einwohner)


Hierher zog man sich schon damals zurück, wenn die Temperaturen in Rio den Siedepunkt zu erreichen drohten. Und später wurde es zum beliebtesten Refugium für Staatschefs und Diplomaten mit lhren Familien, die der Stadt im Laufe der Zeit eine Schönheitsoperation nach der anderen verordneten. Und die Stadt, in ihrem historischen Kern mit geradlinigen Straßen, erfuhr ein unkontrolliertes Wachstum, welches bisheute nicht zum Stillstand gekommen ist. Viele europäische Emigranten zog esebenfalls in die Bergregion mit dem ihnen vertrauteren kühlen Klima -Stadtviertel mit Namen "Bingen" und "Mosela" zeugen zum Beispiel von ihren deutschen Einwanderern.

Museu lmperial


Der kaiserliche Palast - heute ein gut verwaltetes Museum -enthält noch die komplette Ausstattung des kaiserlichen lnterieurs sowie dieKronjuwelen - zweifellos die grösste Attraktion von Petropolis. Eine Fahrtmit einer der vielen Pferdekutschen vor diesem Palast, über alte Plätze unddie Parks der Stadt, sollte man nicht auslassen.

Teresopolis ( 115.000 Einwohner)


Teresopolis ehrt mit seinem Namen die letzte brasilianische Prinzessin "Tereza Cristina" - und ist mit 915 Metern die höchstgelegene Stadt dieser Bergregion. Die Strasse hinauf nach Teresópolis führt zunächst durch üppigen Urwald, ehe sie sich an steilen Gipfeln emporwindet, die aus der immergrünen Walddecke hervorragen und bis an die Wolken reichen. Die Stadt ist modern und wohlhabend aber hinsichtlich irgendwelcher Sehenswürdigkeiten eher langweilig. 124 km von Rio, genießt man hier ein relativ kühles Klima während des ganzen Jahres. Cariocas, diees sich leisten können, besitzen in diesem landschaftlich reizvollen Ferienort eine Zweitwohnung um auszuspannen und sich vom Stress und der Hitze der Großtadt zu erholen. Die Hauptattraktion ist auch hier die Natur, und dazu gehören in erster Linie die eigenartig geformten Berge ringsherum, die wie Orgelpfeifen aussehen.

Serra dos Orgões (Orgelgebirge


Dieser Nationalpark ist sehr sehenswert. Sein höchster Berg, der "Pedra do Sino" ist 2.263 Meter hoch - sein bekanntester Berg, der "Finger Gottes" (Dedo de Deus 1.650 m), hat die Form einer Faust mit ausgestrecktem Zeigeflnger. Hunderte von kristallklaren Bächen, Seen und Wasserfällen kann man auf diesem 11.000 Hektar grossen Areal entdecken. Kein Wunder, dass Teresópolis das brasilianische Zentrum für Bergsteiger undBergwanderer geworden ist.

Nova Friburgo (143.000 Einwohner)


Nova Friburgo heißt eine weitere Stadtgründung in diesem Gebiet - 150 km von Rio, in 850 m Höhe. Die Anfahrt mit dem Auto führt durch eine besonders reizvolle Landschaftsszenerie. Auch hier ist das kühlere Bergklima spürbar und war wohl auch mìt ein Anziehungspunkt für die Schweizer, aus "Fribourg", die diese Stadt einmal gründeten:

lm Jahr 1818 machten sich 300 Familien aus dem damals hungernden Kanton inder Schweiz auf, um in Brasilien eine neue Heimat zu finden - der damalige Herrscher "Dom Joäo" förderte die Einwanderung von Neusiedlern. Die Überfahrt war fürchterlich und forderte viele Opfer - die Uberlebenden ließen sich in den Bergen um die Küste nieder. Die Cariocas lieben die hausgemachten Spezialitäten ihrer Nachkommen - überhaupt betrachtet der Küsten-Brasilianer diese "Europäischen Bergbewohner" mit wohlwollender Sympathie und ist in ihre Produkte geradezu vernarrt.

ltatiaia


Die Region liegt in der "Serra da Mantiqueira", in dernordwestlichen Ecke des Staates Rio de Janeiro (150 km), und ist eine kuriose Mischung aus dem Charme der Alten Welt und der Exotik der Neuen. Sie grenzt an die Staaten São Paulo und Minas Gerais. Die drei wesentlichen Orte "ltatiaia", "Penedo" und "Visconde de Mauá" wurden von europäischeri Einwanderern besiedelt, die sich in dem kühlen Bergklima wohler fühlten als an der heissen Küste. ln Penedo ließen sich Finnen nieder, in ltatiaia und Visconde de Mauá Deutsche und Schweizer. Heute sind die Orte auch bei den Brasilianern aller ethnischen Gruppen sehr beliebt. Das Klima ist alpin - die Chalets sind schweizerisch - die Vegetation ist tropisch - und das herzliche Lächeln der Menschen ist brasilianisch.

Es gibt hier saubere kleine Farmen, mit Pferden und Ziegen und kleinen Häuschen mit Blumenkästen davor - Seite an Seite mit grossen unberührten Flächen tropischen Regenwaldes. Man kann hier wunderbar über grünende Hügel wandern, mit Ponys die roten Berge hinaufreiten, in Wasserfällen baden und Urwaldpfade ergründen, ohne sich allzuweit von den Bequemlichkeiten der Zivilisation zu entfernen - wie Sauna, Kamin, ein weiches Bett, ein GIas Wein und eine gute, gegrillte Forelle.

ltatiaia Nationalpark


Der "ltatiaia Nationalpark"- gegründet 1937, um 120 Quadratkilometer Landvon rauher Schönheit zu schützen - liegt innerhalb der Bergkette gleichenNamens - und beginnt wenige Kilometer nördlich der Autobahn ‘Via Dutra", dieRio mit São Paulo verbindet.

ln ihm leben 400 Arten heimischer Vögel - neben einer vielgestaltigen Fauna von Säugetieren - es gibt Seen, Flüsse und Wasserfälle, alpine Wiesen und Regenwald. lm Juni kõnnen die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken - manchmal fällt hier sogar Schnee. Die kleine Stadt "ltatiaia" ist umgebenvon pittoresken Bergspitzen und lieblichen Wasserfällen. Eine ideale Gegend für Kletterer.

Der "Pico das Agulhas Negras" ist 2.787 m hoch und der "Pico da Prateleira"2.540 m. Viele weitere interessante Gìpfel warten auf den Bergwanderer. DasGebiet ist über das ganze Jahr zu besuchen, zwischen Dezember bis Februar aber wegen starker Regenfälle weniger zu empfehlen.

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letztes Update: 25.11.2007 17:49:26
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