Karneval in Rio de Janeiro
- ist eine Weltberühmtheit: Er fällt grundsätzlich auf dieselben Tage wie in Europa. Aber er ist in Rio eine Angelegenheit für Profis, die sich in sogenannten “Samba-Schulen” organisiert haben - den “Escolas de Samba”. Wie beim Fussball, sind diese Schulen in 4 Ligen aufgeteilt - die erste und zweite Liga dürfen ihre Karnevals-Parade im eigens dafür vom dem berühmten deutschstämmigen Architekten Niemeyer errichteten “Sambódromo” dem Publikum und den Preisrichtern präsentieren, die dritte und vierte Liga dagegen, paradieren auf der “Avenida Rio Branco”, der rund 2 Kilometer langen Hauptgeschäftsstrasse der City.
Die Zweite Liga - sie besteht aus insgesamt 10 Escolas - präsentiert ihre Parade am Samstag im Sambódromo.
Die Erste Liga, mit insgesamt 16 Escolas, am Sonntag und Montag. Die Reihenfolge der einzelnen Escolas der Ersten Liga wird durch das Los bestimmt. Jede Escola paradiert mit 3.000 bis 5:000 Teilnehmern, aufgeteilt in 40 Gruppen mit 30 Festzugs-Wagen - die jeweils genau 90 Minuten Zeit für ihre Parade bekommen - ein Überschreiten dieses Zeitlimits kostet wertvolle Punkte.
Jede Escola de Samba wählt ein bestimmtes Thema, unter dem ein “Samba- Canção” komponiert, die Festwagen konstruiert und die Kostüme kreiert werden. Nach diesen einzelnen Komponenten wird ihre Parade - neben einer Portion anderer Einzelheiten - dann auch von den Preisrichtern beurteilt. Jedes Jahr steigen 2 Escolas mit den besten Punktzahlen aus der Zweiten in die Erste Liga auf - und dafür 2 Escolas, mit den wenigsten Punkten, aus der Ersten in die Zweite Liga ab. Für die Gewinner gibt es auch einen Geldpreis der aus den Zuschauer-Einnahmen des “Sambódromo” gestaltet wird - die Ehre allerdings, Mitglied einer Gewinner-Escola zu sein, ist unbezahlbar.
Die Paraden beginnen in der 600 Meter langen Arena des Sambódromo jeweils um 20.30 Uhr und dauern pro Festtag etwa 12 Stunden. 60.000 Zuschauer finden auf den Tribünen Platz.
Die Kamevalsvorbereitungen für das nächstfolgende Jahr beginnen bereits direkt nach der jährlichen Parade und nehmen in jeder Escola Tausende von Mitgliedern als professionelle Mitarbeiter in Anspruch. Getragen werden die zweifellos hohen Produktionskosten durch private lnitìativen - ihre persönlichen Kostüme sparen sich die einzeinen Telinehmer der Paraden allerdìngs buchstäblich vom Munde ab.
Ein kleines Kamevals-Museum innerhalb des Sambódromo, der über’s ganze Jahr besichtigt werden kann, ist mìt seinem englisch sprechenden Personal eine gute Hilfe, Tradition und Einzelheiten unseres Karnevals besser verstehen zu können.